Unsere Arbeit, was macht Teach a Child – Africa konkret vor Ort

Project Nyanza

Kenia ist eine beliebte Feriendestination bei Touristen, die eine Safari erleben oder sich an den weissen Stränden am Indischen Ozean entspannen möchten. In Kenia befindet sich auch der legendäre Masai Mara Nationalpark, der besonders als Lebensraum des Masai-Stammes und für seine Tierwelt bekannt ist. Auch die eindrücklichen jährlichen Wanderungen der riesigen Gnu-Herden führen über dieses Gebiet.

Dieses schöne Land ist jedoch durch die HIV/AIDS Pandemie schwer getroffen worden. UNICEF (2012) schätzt, dass 2,6 Millionen Kinder in Kenia Waisen sind, wovon mindestens 1 Million einen oder beide Elternteile aufgrund von AIDS verloren hat.

TaC arbeitet seit 2007 in der westkenianischen Provinz Nyanza. Die schöne und fruchtbare Region an den Ufern des Viktoria-Sees besteht neben der Hauptstadt Kisumu hauptsächlich aus kleinen Zentren, Dörfern und Bauernsiedlungen. Haupteinkommensquellen sind die Fischerei und die Landwirtschaft zur Selbstversorgung. Letztere ist jedoch häufig durch die unregelmässigen Niederschläge beeinträchtigt, neuerdings auch durch den steigenden Seespiegel.

Homestead in Nyanza: drying millet

Homestead in Nyanza: drying millet

TaC finanziert dieses Jahr (2017) insgesamt 82 Waisen aus der Provinz Nyanza die gymnasiale Ausbildung. Die Nachfrage ist jedoch viel grösser. Der Bezirk Siaya, wo TaC aktiv ist, hat eine der höchsten HIV-Infektionsraten in Kenia, mit einer so genannt hyper-endemischen HIV Rate von 23,7%* in einer Bevölkerung von 480‘000 Menschen.

Die meisten Waisen werden von Verwandten aufgenommen. Die schiere Anzahl an Waisen und gefährdeten Kinder überfordert jedoch diese traditionellen Unterstützungsmechanismen. Oft ist das Familienoberhaupt in diesen Familien eine ältere Frau ohne genügend Einkommen, um für die nötige Nahrung, Kleider und Schulgebühren aufzukommen.

Die Kinder können durch diese Umstände gezwungen werden zu arbeiten, um selbst etwas hinzu zu verdienen. Mädchen sind einem besonderen Risiko ausgesetzt: im schlimmsten Fall sind sie gezwungen, sich zu prostituieren oder noch als Teenager zu heiraten. Knaben geraten oft in die Kriminalität. Dies erhöht das Risiko einer HIV-Infektion, auch Drogenkonsum kann eine Folge hiervon sein. Ausserdem müssen diese Kinder oft mit sozialer Stigmatisierung leben.

2003 führte die kenianische Regierung die kostenlose Primarschule für alle ein. Die Einschulungsrate stieg umgehend signifikant. Allerdings bleibt der Zugang zu Bildung nach wie vor beschränkt, besonders wenn es sich um höhere Ausbildung handelt. Von den Kindern, welche die Primarschule abschliessen, schaffen es nur wenige auf eine weiterführende Schule (Gymnasium), da den meisten die finanziellen Mittel hierzu fehlen. Oftmals ist die Bereitschaft, in ein Mädchen zu investieren, besonders gering.

Das Projekt wird vor Ort von TaC Kenia aus Nairobi zusammen mit lokalen Komitees aus den Distrikten Ukwala und Usigu geleitet. Die Komitees bestehen aus respektierten Mitgliedern der lokalen Gemeinden, sind allesamt gestandene Berufsleute und arbeiten als unbezahlte Freiwillige.

Jedes Jahr wählt TaC neue Geförderte aus. Die Auswahl erfolgt aufgrund der finanziellen Bedürfnisse und dem schulischen Potential der Kandidatinnen und Kandidaten. Die Kinder, die von TaC geförderte werden, besuchen ausgewählte Internate des nationalen kenianischen Schulsystems. TaC arbeitet nur mit Schulen von ausreichender Qualität zusammen. Wir kommen für die Schulgebühren auf, stellen die nötigen Schuluniformen bereit, sorgen für eine medizinische Grundversorgung und geben den Kindern auch ein kleines Taschengeld, damit sie sich Toilettenartikel und sonstige Kleinigkeiten kaufen können.

Selection committee, Ukwala

Selection committee, Ukwala

Während dem Schuljahr werden die Kinder nach Möglichkeit von den Freiwilligen besucht. Wenn sie gesundheitliche Probleme oder andere Schwierigkeiten haben, arbeiten wir eng mit der Schule zusammen, um die Situation zu lösen.

Jeweils im Dezember organisiert TaC eine jährliche Versammlung. Alle Geförderten sowie einige der aktiven Alumni kommen für drei bis vier Tage zusammen, um sich auszutauschen und neue Dinge zu lernen. TaC unterrichtet, ermuntert und berät sie. Besonderes Augenmerk richten wir auf die Vermittlung von gesundheitlichem Wissen. Auch unterstützen wir die Kinder in ihrer Vorbereitung auf ein Leben nach dem Gymnasium.

Student gathering, 2014

Student gathering, 2014

Die grosse Mehrheit der von uns Geförderten haben ihre gymnasiale Ausbildung mit guten bis sehr guten Noten erfolgreich abgeschlossen. Wir sind sehr stolz auf ihre Leistungen. Die Kinder haben hart gearbeitet, um die Schwierigkeiten, denen sie Zuhause ausgesetzt sind, zu überwinden. Rund 80% unserer AbsolventInnen haben ein staatliches Stipendium für ein Studium erhalten und setzten ihre Ausbildung nun an einer Universität fort.

TaC Alumni

TaC Alumni

Unsere ehemals Geförderten haben eine aktive TaC-Alumni-Organisation gegründet, um miteinander in Kontakt zu bleiben, aber auch um ein Netz von Freiwilligen, Freunden und Unterstützern aufzubauen. Ihr Leben wurde durch die Chance, die sie erhalten haben, nachhaltig verändert. Wir sind überzeugt, dass sie zu verantwortungsbewussten Mitgliedern ihrer Gesellschaft werden, und dass sie eines Tages auch andere unterstützen werden.

* Kenya HIV Prevention Revolution Road Map – Ministry of Health – 2014